eLearning-Schwerpunktprojekt Pharmazie

Diplomstudium Pharmazie: großflächiger Einsatz von Blended Learning in der Studieneingangsphase


Ein gemeinsames Projekt aller 6 Departments des Bereichs Pharmazie an der Fakultät für Lebenswissenschaften.
Projektleitung: Dekan O. Prof. Dr. Christian Noe
Projektkoordinator: Ao. Prof. Dr. Norbert Haider

Projektlaufzeit: SS 2006 bis WS 2007/2008

Beteiligte Departments:
Department für Arzneistoffsynthese
Department für Klinische Pharmazie und Diagnostik
Department für Medizinische/Pharmazeutische Chemie
Department für Pharmakognosie
Department für Pharmakologie und Toxikologie
Department für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie

Hintergrund:

Das Diplomstudium der Pharmazie weist wie kaum eine andere Studienrichtung einen ausgesprochen integrativen Charakter und eine hohe Multidisziplinarität auf. Dies stellt sehr hohe Anforderungen an die universitäre Wissensvermittlung wie auch an die Fähigkeit der Studierenden zur Entwicklung einer quervernetzten, lehrveranstaltungs- und fächerübergreifenden Denkweise. Das Verstehen von Zusammenhängen ist das entscheidende Kriterium für eine fundierte pharmazeutische Ausbildung. Unser Projekt soll diesem integrativen Aspekt Rechnung tragen und eine signifikante und nachhaltige Verbesserung der Lehre auf dem Gebiet der Pharmazie an der Universität Wien ermöglichen.

Das Konzept:

Für die involvierten Lehrveranstaltungen der Studieneingangsphase wird eine Ergänzung des Präsenz-Unterrichts durch Online-Phasen realisiert, in denen sowohl eine Vor- als auch eine Nachbereitung des Stoffes der Präsenzphasen erfolgt. Zur optimalen Betreuung der Studierenden vor allem in den Online-Phasen werden fachkundige „E-Tutoren“ eingesetzt, deren Qualifikationsniveau dem eines/einer Studienassistenten/in entspricht und die für die Studierenden als erste Anlaufstelle zur Beantwortung von technischen wie auch fachlichen Fragen fungieren. Dies geschieht sowohl von Person zu Person (per e-mail) als auch in einer größeren Gruppe (per Nachrichtenforum). Die E-Tutoren werden auch intensiv in die Erstellung der mediengerecht aufbereiteten Inhalte in Form von Lerneinheiten (LE) und Trainingseinheiten (TE) eingebunden, was einerseits ihrer fachlichen Kompetenz zugute kommt und weiters eine signifikante Unterstützung der Lehrenden bei der Content-Erstellung ermöglicht. Die Kompetenz der E-Tutoren wie auch der Lehrenden im Umgang mit der IT-Infrastruktur und ihren Web-basierenden Werkzeugen soll sowohl durch Projekt-Workshops als auch durch gezielte Nutzung des Kursangebotes an der Universität Wien (ZID und Projektzentrum Lehrentwicklung) aufgebaut werden.


Verknüpfung bestehender Ressourcen:

Eine Besonderheit des gegenständlichen Projektes liegt darin, dass eine synergistische Nutzung zweier bestehender IT-Plattformen erfolgt. Als primäre Lernumgebung sowie für die persönliche Anmeldung der Studierenden und die Tutor-unterstützten Kommunikationsprozesse findet die an der Universität Wien installierte Lernplattform WebCT Vista Verwendung. Zusätzlich wird für die Bereitstellung von technisch aufwändigem Content, vor allem LE und TE mit Erfordernis für Server-seitige Spezialsoftware sowie dynamische Seiten-Generierung aus Datenbanken das gesamt-österreichische Portal „PharmXplorer“ (http://www.pharmxplorer.at/) genutzt. Dabei handelt es sich um ein vom bm:bwk im Rahmen der Aktion „Neue Medien in der Lehre“ gefördertes Gemeinschaftsprojekt der drei universitären Standorte des Studiums der Pharmazie (Universität Graz, Universität Innsbruck, Universität Wien) unter Einbeziehung der Österr. Apothekerkammer und des Österr. Apothekerverlages. Diese besonderen Inhalte von PharmXplorer können einerseits in Form von „deep links“ direkt in Standard-Lernelemente eingebunden werden und stellen andererseits aufgrund ihres sehr hohen Quervernetzungsgrades mit fächerübergreifenden Hyperlinks eine ideale Möglichkeit bereit, den Studierenden die eingangs angesprochene Multidisziplinarität des Faches Pharmazie zu vermitteln und ihre Sichtweise dementsprechend zu trainieren. Darüberhinaus soll durch Transfer bestimmter Anteile des neu zu schaffenden Content an diese standortübergreifende Initiative die Nachhaltigkeit der bereits getätigten Investitionen weiter gefördert werden.

Kooperationen und langfristige Nutzung:

Inneruniversitär strebt das Gemeinschaftsprojekt von sechs Departments bereits ein hohes Maß an Kooperation und Nutzung von Synergien an. Im Zuge der Realisierung soll selbstverständlich ein bereits jetzt bestehendes Angebot zur Zusammenarbeit an weitere interessierte Institutionen und Einzelpersonen aufrechterhalten werden. Als Ansprechperson fungiert dabei der Projektkoordinator (N. Haider), welcher zugleich die Funktion des e-Learning-Beauftragten der Fakultät für Lebenswissenschaften ausübt.

Im nationalen Kontext stellt die Einbettung der österreichweiten Plattform PharmXplorer in das Projekt eine über den lokalen Bereich hinausgehende nachhaltige Nutzung der Projektergebnisse sicher und trägt dem Anliegen des bm:bwk nach standortübergreifender Nutzung der „Neuen Medien“ voll und ganz Rechnung (letzterer Aspekt war ein wesentliches Förderkriterium des erfolgreichen NML-Projektes PharmXplorer). Gegenwärtig zählt PharmXplorer österreichweit ca. 2000 registrierte Benutzer/innen, davon ca. 600 im Bereich der Universität Wien, damit ist von vornherein ein großes „Zielpubliklum“ gesichert. Darüberhinaus stellt der zu erwartende stetige Austausch an Content mit den Universitäten Graz und Innsbruck via PharmXplorer für alle Beteiligten einen erheblichen Mehrwert dar.

Auch auf internationaler Ebene ist eine Vernetzung der „e-Learning“-Aktivitäten im Bereich der Pharmazie geplant. Neben einem kürzlich initiierten Kooperationsabkommen mit der schweizerischen Initiative „pharma2 [pharmasquare]“ sei hier auch auf die ebenfalls in Planung befindliche Einbindung in ein Portal der EUFEPS (European Federation for Pharmaceutical Sciences) hingewiesen, wobei auch hier PharmXplorer als Bindeglied fungieren soll.

Ziele:

Das erklärte Ziel des gegenständlichen Projektes ist die feste Verankerung der IT-gestützten Lehre in der Studieneingangsphase des Diplomstudiums der Pharmazie. In den Vorlesungen sollen sowohl die „Neuen Medien“ als auch die persönliche Betreuung der Studierenden durch die E-Tutoren zu einer nachhaltigen Verbesserung des Unterrichts in den beiden ersten Semestern führen. Der großflächige Einsatz von Lern- und Trainingselementen soll auch in den drei Praktika mit hohen Teilnehmerzahlen ein besseres Zusammenspiel von theoretischem Wissen und experimentellen Fertigkeiten bewirken und gleichzeitig einer maximalen Sicherheit im Labor dienen.

Projekt-MitarbeiterInnen (e-TutorInnen):

Markus Blaukopf
Miriam Emich
Christoph Gabler
Christa Gökler
Julia Kornfeind
Alexander Lasselsberger
Marlies Pusman
Lars Richter
Eva Schirmer
Stefanie Stummer
Michael Schnattinger

Links:

PharmXplorer
Lernplattform Uni Wien (WebCT Vista)
Anmeldung von eLearning-Lehrveranstaltungen
eLearning Center der Uni Wien
Projektzentrum Lehrentwicklung




NH, last update: 2007-04-30